
Darmkrebs zählt in Deutschland wie weltweit zu den tödlichsten Krebsarten – und gilt dennoch als eine der am besten vorbeugbaren. Jährlich sterben hierzulande nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) rund 23.000 Menschen an der Erkrankung, fast zehnmal so viele wie bei Verkehrsunfällen. In Mecklenburg-Vorpommern leben laut Schweriner Gesundheitsministerium derzeit etwa 7.550 Menschen mit einer Darmkrebsdiagnose, jedes Jahr kommen rund 1.200 Neuerkrankungen hinzu.
Gastroenterologen setzen deshalb verstärkt auf Früherkennung per Darmspiegelung. Am Helios Hanseklinikum Stralsund demonstrieren die Chefärzte den Ablauf inzwischen auch am eigenen Körper. German Horn, Chefarzt der Gastroenterologie, ließ kürzlich eine Vorsorgekoloskopie von seinem Kollegen Stefan Ziemer durchführen – und schildert den Eingriff als unspektakulär. Unter Sedierung habe er „nichts mitbekommen“ und lediglich von einer Reise nach Argentinien geträumt, sagt er im Anschluss.
Die Untersuchung selbst dauert in der Regel weniger als eine halbe Stunde. Über ein 1,40 Meter langes Endoskop führt der Arzt eine Kamera bis zum Übergang vom Dick- zum Dünndarm und zieht sie langsam zurück. Auf dem Bildschirm erscheinen ein rötlicher Tunnel, Blutgefäße, Verengungen und Ausbuchtungen. In diesem Stadium lassen sich nicht nur Tumoren, sondern vor allem mögliche Vorstufen erkennen und entfernen – noch bevor sie zu Krebs entarten. Bei Horn zeigt die Reise durch den Dickdarm keine Auffälligkeiten.
Seit April vergangenen Jahres haben Männer und Frauen ab 50 Jahren Anspruch auf eine von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlte Vorsorgekoloskopie; bei unauffälligem Befund kann nach zehn Jahren eine zweite folgen. Präventionsforscher Hermann Brenner vom DKFZ verweist auf neue Studiendaten, wonach die Teilnahme an diesem Programm hochwirksam gegen Darmkrebs ist. Vor diesem Hintergrund versuchen Kliniken wie das Stralsunder Hanseklinikum, Hemmschwellen abzubauen – nicht nur mit nüchternen Zahlen, sondern auch mit ungewöhnlichen Einblicken aus dem Endoskop und dem Signal, dass selbst Chefärzte die Kamera in den eigenen Darm schicken.

Europas Aktienmärkte haben sich am Freitag von ihren heftigen Verlusten am Vortag erholt. Gestützt von einer Entspannung an den Energie- und Terminmärkten sowie vagen Hoffnungen auf ein schnelleres Ende des Kriegs im Nahen Osten legten die Leitindizes im frühen Handel zu. Der Euro-Stoxx-50 rückte in der ersten Handelsstunde um 0,86 Prozent auf 5.662 Punkte vor, der Dax gewann 0,85 Prozent auf 23.036 Zähler. In Wien stieg der ATX um 1,2 Prozent, auch der britische FTSE-100 notierte fester.
Am Donnerstag hatten Sorgen über eine weitere Eskalation im Nahen Osten die Ölpreise und in der Folge die Inflationserwartungen in die Höhe getrieben. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent war zeitweise über 119 US-Dollar geklettert und hatte damit eine Verkaufswelle an den Aktienmärkten ausgelöst. Mittlerweile kostet Brent mit 109 Dollar wieder deutlich weniger. Die Beruhigung an den Energie- und Gasmärkten nimmt etwas Druck von den Konjunkturängsten, auch wenn Anleger die Entwicklung weiterhin aufmerksam beobachten.
Zur verbesserten Stimmung trugen Äußerungen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu bei, die an den Märkten als Signal für ein möglicherweise schnelleres Kriegsende gewertet werden. Netanyahu sagte laut „Times of Israel“, der Iran sei schwächer denn je und könne kein Uran mehr anreichern sowie keine ballistischen Raketen mehr herstellen. Die Angriffe auf die Islamische Republik würden jedoch fortgesetzt, „so lange dies notwendig ist“. Trotz dieser Aussagen bleibt das Umfeld fragil: Je nach Nachrichtenlage aus der Region rechnen Marktteilnehmer im Tagesverlauf mit erneuten größeren Kursschwankungen.
Zusätzliche Volatilität bringt der sogenannte große Verfalltag. An diesem Freitag laufen an den Termin- und Derivatebörsen Futures und Optionen auf Aktien und Aktienindizes aus. Rund um diesen Termin kommt es häufig zu spürbaren Marktbewegungen, weil Investoren Positionen schließen oder neu ausrichten. In den Sektorindizes holten vor allem Bank-, Reise- und Bauwerte Verluste vom Vortag auf, während Ölaktien nach dem Rückgang der Rohölnotierungen tendenziell unter Druck gerieten. Viele Anleger bleiben gleichwohl vorsichtig und neigen dazu, vor dem Wochenende Risiken zu reduzieren, um sich gegen mögliche negative Überraschungen aus dem Nahen Osten abzusichern.