Ernstfall-Szenario am Schelfwerder: Schwerin verknüpft Waldbrand- und Munitionsschutz

23.03.2026


In Schwerin haben Katastrophenschützer am Wochenende ein groß angelegtes Waldbrand-Szenario auf munitionsbelastetem Gelände geprobt. Im Stadtteil Schelfwerder wurde ein Brand südlich des Paulsdamms simuliert – bei ausgeprägter Trockenheit, ungewöhnlich hohen Temperaturen und starkem Nordostwind. Das angenommene Feuer drohte sich in Richtung Kleingartenanlagen, Bootshäuser und städtische Bebauung auszubreiten, während der direkte Löschangriff im Wald wegen Munitionsresten als zu gefährlich galt.

Mehr als 120 Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW), Deutschem Roten Kreuz (DRK), Landespolizei und Landesforst waren beteiligt. Die Führungskräfte entschieden sich im Szenario für eine sogenannte Riegelstellung zwischen Waldgebiet und Bebauung, um ein Übergreifen der Flammen auf Häuser, Kleingärten und Bootshäuser zu verhindern. Tanklöschfahrzeuge pendelten im Dauereinsatz, ein Wasserwerfer der Landespolizei verstärkte die Löschwasserversorgung, während das THW bis zu 15.000 Liter Wasser pro Minute direkt aus dem Schweriner See förderte.

Ein Schwerpunkt der Übung lag auf der Lageerkundung und Koordination. Eine Drohne des DRK lieferte Luftbilder, lokalisierte Glutnester und wies die Einheiten am Boden gezielt ein. Parallel wurden die Wasserentnahme aus dem Schweriner See und der Transport über lange Wegstrecken getestet. Kreisregner sicherten die Waldkante, um die angenommene Feuerfront auf Distanz zur Bebauung zu halten. Nach Angaben der Stadt sollten so Abläufe für den Ernstfall in schwer zugänglichen, munitionsbelasteten Bereichen überprüft und optimiert werden.

Für Anwohner und Verkehr brachte die Übung spürbare Einschränkungen mit sich. Drosselweg und Buchenweg samt Parkplätzen wurden zwischen 7.00 und 14.00 Uhr gesperrt, betroffen waren zudem das angrenzende Waldstück, der Bootshausverein Werderwiesen sowie die beiden Kleingartenvereine Schelfwerder und „Am Heidensee“. Die Stadt bat Bewohner, Kleingärtner und Bootshausbesitzer, Halteverbote und Durchfahrtsbeschränkungen zu beachten. Das Übungsszenario orientiert sich an realen Lagen wie den Waldbränden im munitionsbelasteten Gebiet bei Lübtheen im Landkreis Ludwigslust-Parchim und soll als Blaupause für künftige, landesweite Einsätze dienen.

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BRAIN Biotech erhält Stoffschutzpatent für CRISPR-BMC-Nuklease

23.03.2026


BRAIN Biotech hat vom Europäischen Patentamt ein Stoffschutzpatent für eine CRISPR-BMC-Nuklease erhalten und stärkt damit sein Technologieportfolio im Bereich des Genome-Editings. Das Patent mit der Nummer EP4301852 B1 deckt eine neuartige Familie von CRISPR-Nukleasen ab, die unter dem Namen BMC® (BRAIN Metagenome Cas) firmiert und laut Unternehmen eine hohe Aktivität in unterschiedlichen Organismen zeigt. Der Schritt gilt als wichtiger Baustein für die weitere Nutzung der Technologie sowohl in eigenen Forschungsprogrammen als auch in Kundenprojekten.

Die CRISPR-BMC-Nukleasen erzeugen gezielt DNA-Doppelstrangbrüche an definierten Stellen im Genom pro- und eukaryotischer Zellen. Diese Brüche können anschließend genutzt werden, um präzise genetische Veränderungen vorzunehmen und damit die Eigenschaften von Organismen zu modifizieren. Die Technologie lässt sich nach Unternehmensangaben in einer breiten Palette biologischer Systeme einsetzen, darunter Bakterien, Hefen, Pilze, Pflanzen und Säugetierzellen.

BRAIN Biotech positioniert BMC® als Ergänzung zu seinem bestehenden proprietären CRISPR-System BEC®. Beide Plattformen kommen insbesondere bei der Optimierung mikrobieller Produktionsstämme zum Einsatz. Zu den adressierten Organismen zählen etwa E. coli, Bacillus, Pichia und Aspergillus, die für die Herstellung von Biomolekülen wie Enzymen, Proteinen und sogenannten „Small Molecules“ eingesetzt werden. Das Unternehmen bietet Kunden an, die BMC®-Technologie gezielt zur Stammoptimierung in deren Produktionsprozessen zu etablieren.

Mit der Patenterteilung sieht BRAIN Biotech erhebliches Potenzial für die weitere kommerzielle Verwertung seiner CRISPR-BMC-Technologie über Lizenzen. Das Unternehmen hat bereits Nutzungsrechte an Akteure verschiedener Branchen vergeben und verweist darauf, dass das Patent einen wichtigen Beitrag zur Anwendungsfreiheit der eigenen Genome-Editing-Werkzeuge leistet. Konkrete Angaben zu Lizenzpartnern oder finanziellen Konditionen wurden in der Mitteilung nicht gemacht.