RDW: Die niederländische LKW-Maut unterscheidet sich von anderen europäischen Mautsystemen

26.06.2026

GRONINGEN, Niederlande, 26. Juni 2026 /PRNewswire/ -- Die Niederlande führen ab dem 1. Juli 2026 eine LKW-Maut pro Kilometer ein. Zwar verfügen viele europäische Länder bereits über ähnliche Systeme, aber der niederländische Ansatz unterscheidet sich in mehreren Punkten. Die RDW warnt, dass Spediteure, die nicht ausreichend vorbereitet sind, mit Bußgeldern oder Betriebsstörungen rechnen müssen.

A truck passes a sign indicating the truck toll in the Netherlands.

„Bei unseren Gesprächen mit ausländischen Fahrern haben wir festgestellt, dass sie nicht immer genau wissen, wie die niederländische LKW-Maut funktioniert", sagt Jan Strijk, Leiter der Mauterhebung bei der RDW. „Spediteure gehen oft davon aus, dass das System dasselbe ist wie in anderen europäischen Ländern, aber so ist es nicht. Diese Unterschiede können zu unnötigen Problemen auf der Straße führen. Daher ist es wichtig, vor der Einfahrt in die Niederlande gut vorbereitet zu sein."

Die Bordgerät (OBU) muss immer eingeschaltet sein

In den Niederlanden muss die Bordgerät immer eingeschaltet sein, auch auf Straßen, auf denen keine Maut erhoben wird. Dies unterscheidet sich von Ländern wie Deutschland, Tschechien, Polen, der Slowakei, Ungarn und Bulgarien, wo die OBU nur auf mautpflichtigen Straßen eingeschaltet sein muss. Fahrern wird empfohlen, vor der Abfahrt zu überprüfen, ob ihre OBU ordnungsgemäß funktioniert und die Kontrollleuchte grün leuchtet, da ein ausgeschaltetes oder defektes Gerät zu einem Bußgeld führen kann.

In den Niederlanden gibt es kein Ticketsystem

In den Niederlanden gibt es kein System zur Bezahlung einzelner oder einmaliger Fahrten, wie es beispielsweise in Deutschland der Fall ist. Jeder LKW muss über eine funktionsfähige OBU verfügen, die von einem zugelassenen Dienstleister bereitgestellt wird. Die RDW hat sechs international tätige Anbieter des European Electronic Toll Service (EETS) zugelassen und einen nationalen Anbieter unter Vertrag genommen.

Spediteure sollten sich vor der ersten Einreise in die Niederlande eine OBU besorgen. Ist dies nicht möglich, bietet der nationale Anbieter NedLinq Abholstellen für OBUs an der Grenze an. Eine OBU kann dort abgeholt werden, nachdem ein Vertrag online oder vor Ort abgeschlossen wurde. Die NedLinq-OBUs funktionieren nur in den Niederlanden. Die genauen Standorte finden Sie unter www.nedlinq.nl

Begrenzte Anzahl von Ausnahmen

Die LKW-Maut gilt für alle Fahrzeuge der Klassen N2 und N3 mit einer technisch zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3.500 kg, darunter LKW, Lieferwagen und bestimmte Pick-ups. Im Vergleich zu Ländern wie Deutschland und Belgien gibt es in den Niederlanden nur eine sehr begrenzte Anzahl von Ausnahmen. Nur bestimmte Fahrzeuge sind von der Maut befreit, wie z. B. Einsatzfahrzeuge, Militärfahrzeuge und bestimmte Spezialfahrzeuge.

Transportunternehmen wird daher empfohlen, vorab zu prüfen, ob ein Fahrzeug für eine Sondergenehmigung oder Befreiungin Frage kommt, und gegebenenfalls rechtzeitig einen Antrag zu stellen. Weitere Informationen erhalten Sie unter: https://www.vrachtwagenheffing.nl/de/sondergenehmigung-und-befreiung

Emissionsfreie Fahrzeuge: unterliegen dennoch der LKW-Maut

Auch emissionsfreie LKW unterliegen der niederländischen LKW-Maut, wenn sie schwerer als 4.250 kg sind. Zwar sind die Gebühren für diese Fahrzeuge deutlich niedriger als für stärker verschmutzende LKW, doch sind sie nicht vollständig davon befreit, wie dies in anderen Ländern, beispielsweise in Deutschland und Belgien, der Fall ist. In den Niederlanden sind nur emissionsfreie LKW mit einem Gewicht von höchstens 4.250 kg von der Abgabe befreit.

Die Einnahmen fließen zurück in den Verkehrssektor

Ein Großteil der Einnahmen aus der LKW-Maut in den Niederlanden wird über ein System zur Rückführung der Einnahmen wieder in den Straßenverkehrssektor investiert. Beispielsweise durch Fördermittel für emissionsfreie Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur. Auf diese Weise unterstützt das niederländische System direkt den Übergang zu einem umweltfreundlicheren Straßenverkehr.

Bereiten Sie sich vor der Fahrt vor

Mit der Einführung der LKW-Maut gleicht sich die Niederlande an bestehende europäische Mautsysteme an. Gleichzeitig betont die RDW, dass es unerlässlich ist, die niederländischen Besonderheiten zu kennen, um unerwartete Kosten oder Störungen zu vermeiden.

Weitere Informationen zur niederländischen LKW-Maut finden Sie unter www.trucktoll.nl/de.

RDW Logo

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Nach BAG-Urteil: Bremen startet Vorreiterprojekt zur Zeiterfassung an Schulen

15.06.2026

Im Land Bremen beginnt nach den Sommerferien ein Pilotprojekt, das den Arbeitsalltag von Lehrkräften grundlegend verändern könnte. An neun ausgewählten Schulen erfassen die Lehrerinnen und Lehrer künftig ihre gesamte Arbeitszeit digital – weit über die bisher dokumentierten Unterrichtsstunden hinaus. Bildungsenator Mark Rackles (SPD) spricht von einem Schritt, der Schule "perspektivisch" verändern werde. Erste Auswertungen des Testlaufs werden für Ende 2027 oder Anfang 2028 erwartet.

Hintergrund ist die gewachsene Bandbreite an Aufgaben, die im bisherigen System kaum abgebildet wird. Neben Unterricht kommen Elternarbeit, Team- und Gremienarbeit, Konferenzen, Schulentwicklungsprojekte sowie Fahrten hinzu. Lehrkräfte berichten zudem von regelmäßigem Arbeiten am Abend oder am Wochenende, etwa für Vorbereitung, Korrekturen oder digitale Kommunikation mit Eltern und Schülerinnen und Schülern. Nach Ansicht des Senats soll diese Belastung künftig sichtbar und systematisch erfasst werden.

Technisch setzt Bremen auf ein digitales Tool, auf das Lehrkräfte per Smartphone oder Rechner zugreifen können. Sie tragen Datum, Uhrzeit und Art der Tätigkeit ein – zur Auswahl stehen Kategorien wie "Unterricht", "Coaching" oder "Austausch"; auch Abwesenheiten durch Krankheit oder Urlaub werden eingepflegt. Das Projekt ist auf ein gesamtes Schuljahr angelegt. In einer Einführungsphase lernen Lehrkräfte die Anwendung kennen, anschließend analysieren Projektgruppen erste Ergebnisse und suchen insbesondere mit stark belasteten Lehrkräften das Gespräch, um gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen.

Politisch und arbeitsrechtlich geht es um mehr als ein Softwareprojekt. Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts von 2022 müssen alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – und damit auch Lehrkräfte – ihre Arbeitszeit erfassen. Der Bremer Testlauf soll daher grundsätzliche Fragen klären: In welchem Umfang ist Wochenendarbeit zulässig? Wie wird eine Klassenfahrt bewertet? Wie lassen sich Teilzeitmodelle, Datenschutz und Gestaltungsspielräume bei der Arbeitszeit unter einen Hut bringen? Rackles betont, das Vorhaben sei nicht nur für Bremen gedacht, sondern solle Erkenntnisse für alle Bundesländer liefern.